Beiträge von wolfgangwerner

    Hallo YH93,

    was den "verbogenen" Frequenzgang der Headunit angeht, habe ich da so meine Zweifel. Ich glaube nicht, dass jemand der so billige Lautsprecher einbaut, wie diese Pioneer der Serienausstattung, sich die Mühe gibt, Panasonic (Hersteller der Headunit) aufzufordern eine darauf abgestimmte Grundeinstellung im Verstärker zu programmieren. Nachgemessen hat das m.E. bisher niemand, und mit den Ohren kann ich da auch nichts Auffälliges feststellen.

    Bei Anlagen mit serienmäßigem DSP wie z.B. JBL oder Bose ist sowas allerdings fester Bestandteil der Abstimmung auf das Fahrzeug, aber da können die Zulieferer ja auch viel mehr verdienen.

    Den Eingangsbereich habe ich deshalb auch nicht verändert, und natürlich die albernen Klangregler der Headunit für USB auf 0 gestellt. Allerdings kann es sein, dass man da je nach Eingangsquelle und Geschmack individuelle Einstellungen zum Feintuning benötigt. So hat DAB oft weniger Bass und schwächere Höhen als das selbe Musikstück vom USB Stick in guter Aufnahmequalität. Man könnte das jetzt mit einem zweiten Preset der Endstufe verbessern, müsste dann aber je nach Quelle immer umschalten, oder, wie ich, einfach für DAB den Bassregler der Headunit um 1 anheben. Für Radio reicht mir das. Will ich den best möglichen Klang, höre ich mir die Musik vom Stick an. Man kann natürlich auch per Bluetooth vom Handy streamen, aber was dabei an Verbindungs- und damit Klangqualität herauskommt hängt vom zwischen Telefon und Headunit jeweils ausgehandelten Verbindungsprotokoll ab, und das ist selbst zwischen dem Receiver meiner Heimanlage und meinem S22 Ultra nicht immer das gleiche (reicht von ist ganz i.O. bis grauenvoll).

    Hallo YH93,

    habe die Frage leider erst jetzt gelesen. Meine DSP Einstellungen sind die Folgenden:

    1. Time Alignment (alle auf Full Range)

    FL: 80 cm

    FR: 121cm

    RL: 80 cm

    RR: 129 cm


    2. EQ

    Für alle Frequenzen ab 40Hz abwärts -12dB ansonsten

    FL und FR: 3000Hz +1dB, 4000-5000-6000Hz +2dB, 8000-10000Hz +2,5dB, 13000Hz +2dB, 16000Hz +1,5dB (diese Abstimmung für die SB-Acoustics Kalotte habe ich über diverse verschiedene Musikrichtungen ermittelt)

    RL und RR: 2000Hz -5dB Q=4 (die Focal Coaxe benutzen ja die Focal Kalotte, die aufgrund der lediglich 6dB Trennung im Resonanzbereich betrieben werden, und bei ca. 2000Hz "quäken", was ich so auf ein erträgliches Maß reduziere)


    Zum Rauschproblem hätte ich noch eine Idee. Wenn der Eingang der Endstufe sehr unempfindlich eingestellt wird, muss sie oft voll aufdrehen, um das für sie schwache Eingangssignal zu verstärken, was auch zu deutlichem Rauschen führen kann. Außerdem hängt es natürlich auch von der Musikquelle ab. UKW Radio rauscht immer, Bluetoothverbindungen hängen von dem zwischen dem Telefon und der Headunit ausgehandeltem Protokoll ab, was den Geräten z.T. noch nicht einmal immer gleich gut gelingt, weshalb zum Test am ehesten Musik vom USB Stick geeignet ist.

    Hallo YH93,

    für den Anschluss der 544 wird nur der Adapter benötigt. Headunit ausbauen, Anschlusskabel nach Anleitung abziehen und Adapter dazwischen stecken. Mehr ist das nicht.

    Dr Adapter hat in der 12V Zuleitung eine eigene Sicherung, also muss man sich auch darum nicht kümmern.

    Wenn Du eine passive Weiche vor die Kalotten setzt, werden vorne links, vorne rechts, hinten links und hinten rechts als jeweils einzelne Känale angesteuert. Das ist bei mir der Fall.

    Dann die App runterladen, und die Endstufe per Bluetooth mit dem Handy verbinden. Dafür muss die Endstufe natürlich unter Strom stehen, also zumindest das Zubehör des Wagens per Startknopf eingeschaltet sein. Wenn die App die Endstufe gefunden hat, solltest Du dir einen Zollstock schnappen, und erst mal die unterschiedlichen Entfernungen der Lautsprecher zu Deiner Hörposition nachmessen und eingeben. Danach kannst Du bei Bedarf den Klang noch per Equalizer pro Kanal feinjustieren. Ich habe da vor allen Dingen die Frequenzen ab 50Hz abwärts komplett zurückgedreht, da die von den Focal Türlautsprechern ohnehin nicht wiedergegeben werden können, und diese deshalb Verstärker und Lautsprecher nur unnötig belasten. Passt alles, kannst Du das in der App und der Endstufe als Preset abspeichern.

    Hallo regexmasternew,

    zur Fehlereingrenzung müsste man wissen, ob dieses Verhalten auch bei anderen Audioquellen (Radio, USB Stick) auftritt. Wenn ja, kommen Vor- und Endstufe in Betracht, wenn nein, liegt der Fehler vor der Endstufe. Der gleiche Fehler bei verschiedenen Musikquellen ist mit Sicherheit ein Garantiefall, tritt der nur bei Android Auto auf, gibt es bestimmt jede Menge Diskussionen, denn die Headunit wird zu monströsen Phantasiepreisen von ca. 4.000€ als Ersatzteil verkauft, ist allerdings natürlich nur einen Bruchteil davon wert. Man kann sie auch gegen einen besseren Androiden aus China (gibt´s für rd. 300€ bei EBay) austauschen. Mit den Teilen habe ich bei einem Dodge RAM sehr gute Erfahrungen gemacht, wobei das da mehr Aufwand als im Corolla/Swace erfordert hat.

    Hallo YH93,

    ja, der Schaltplan ist richtig. Wenn Du eine DSP Endstufe ohne separate Stromversorgung suchst, kommt auch die Axton DSP544 für rd. 220€ zzgl. Adapter Axton ATS-ISO65 für rd. 30€ in Frage. Die verwendet die gleiche App wie meine 594, und auch wenn das Einstellen der Parameter auf dem Telefon etwas fummelig ist, kann man damit eine ganze Menge erreichen. Nachteil solcher Endstufen ohne externe Stromversorgung ist, aufgrund der vorhandenen kleinen Sicherung und des geringen Kabelquerschnittes, die begrenzte Leistung, die bei 25W RMS (etwa 50% mehr, als die Headunit des Corolla) pro Kanal ihre Grenzen hat. Das unsichtbare Verlegen eines Plus Kabels hat bei mir von der Batterie im Kofferraum bis unter den Beifahrersitz ca. 10 Minuten gedauert, da man alles Notwendige leicht demontieren und wieder anschrauben konnte. Der Lohn ist dann sie doppelt so hohe Ausgangsleistung der DSP594.

    Zur BeatSonic ENA 2T3 ein paar Anmerkungen: Es handelt sich lediglich um eine normale Endstufe, ohne DSP, d.h., ich kann da gar nichts am Frequenzgang und den Laufzeitunterschieden der Lautsprecher verbessern. Die Axton kann das mithilfe ihrer App aber, und zumindest den Ausgleich der unterschiedlichen Entfernungen von den Lautsprechern zu meiner Hörposition sollte man vornehmen. Der 31 Band parametrische Equalizer der App hilft dann, den Klang an den persönlichen Geschmack anzupassen. Die 3 Regler der Toyota Headunit für Bass, Mitte und Höhen sind dagegen eine Katastrophe, und sorgen lediglich für ein matschiges Hörerlebnis. Mit der Axton Endstufe könntest Du das verändern, mit der BeatSonic nicht. Die Leistungsangaben von BeatSonic erscheinen mir aus technischer Sicht zudem unseriös. Eine Dauerleistung von 4x45 Watt (das wäre RMS) geht über die serienmäßige Fahrzeugsicherung nicht. Eine Angabe unter welchen Bedingungen diese 45W pro Kanal gemessen wurden gibt es zudem nicht (RMS, Sinus oder gar nur Peak?). Ein Kauf in den USA zieht zudem Zoll und zumeist auch nennenswerte Versandkosten nach sich, und außerdem dürfte es bei Garantiefällen schon deshalb unangenehm werden, weil man den Rückversand organisieren und bezahlen muss.

    Zur Axton noch einen Hinweis: Meine 594 hat einen bedenklichen Konstruktionsfehler. Plus liegt auch außen an den Anschlussbuchsen und der Bluetooth Antenne an. Wenn die Endstufe dann mit dem blanken Gelenk der Antenne oder einer Buchse an das Sitzgestell des Beifahrersitzes unter dem sie montiert ist kommt, fliegt die Sicherung in der Stromversorgung. Ich habe das bei Internetrecherchen auch hin und wieder zu anderen Autoendstufen gelesen, was hier aber keine Entschuldigung für eine derartige Konstruktion sein soll. Ich habe deshalb alle Buchsen und das Gelenk der Antenne mit Isolierbad ummantelt. Bis ich dieser Sache messtechnisch auf die Spur gekommen war, hatte ich allerdings schon 3 Sicherungen verloren. Übel, wenn ich aus Bequemlichkeit gar keine eingebaut hätte!

    Fertige Weichen können leider bestenfalls zufällig und teilweise funktionieren, da die zu verwendeten Kondensatoren und Spulen von zu vielen Parametern (z.B. Impedanz des Lautsprechers, gewünschte Flankensteilheit und Filtertyp - es gibt verschiedene Arten eine Weiche zu berechnen) abhängen. Glücklicher Weise ist das in diesem Fall einfach: Einen Folienkondensator MKT-A 10 µF in Reihe zum Pluspol der Kalotte, und eine VISATON SP-Spule / 0,47 mH / 0,6 mm parallel zum Hochtöner (also einfach an + und - löten), fertig ist die 12 dB Weiche mit einer Trennfrequenz von ca. 2.200 Hz. Einen Folienkondensator nehme ich im Auto wegen der oft höheren Umgebungstemperatur, weswegen Elektrolytkondensatoren da mitunter schnell austrocknen, und so ihre Kapazität verändern können. Die obigen Typenbezeichnungen habe ich einfach mal aus meiner Rechnung von Reichelt Elektronik kopiert, sodass man sie schnell unter dieser Bezeichnung im Internet finden und bestellen kann. Mit Versandkosten liegen die 4 Bauteile bei knapp 30€.

    Original wird da nur ein billiger Kondensator mit 6DB Flankensteilheit filtern.

    Mit einer aktiven Frequenzweiche kann man etwas mit der Trennfrequenz rumspielen,mit DSP natürlich noch mehr.

    Um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen: Bei der originalen Focalkalotte ist nur ein einfacher Kondensator vorgeschaltet. Tauscht man die Focal gegen die SB Acoustics Kalotte aus, muss man selbst für eine passende 12dB Weiche sorgen, also entweder einen völlig anderen Kondensator und die dazu passende Spule einbauen, oder das eben per DSP erledigen, was natürlich die elegantere Lösung wäre. Weniger Bauteile im Armaturenbrett, mehr Spielraum bei der Abtrennung der Kalotte nach unten fallen einem da zuerst ein, allerdings fand ich den Ausgleich der Laufzeitunterschiede der einzelnen Lautsprecher zum Ohr auch sehr wichtig, da das die Klarheit und die räumliche Darstellung spürbar verbesserte.

    Das lauteste an dem Wagen sind bei mir die Abrollgeräusche der Reifen, insbesondere auf rauem Straßenbelag. Allerdings fahre ich auch recht grobstollige Allwetterreifen. Vielleicht wäre das ja mit Sommerreifen etwas besser. Hat hier vielleicht jemand mal eigene Erfahrungen dazu gemacht?

    Hallo YH93,


    Ja. Eine zusätzliche Endstufe wirkt sich insbesondere im Bass und dem unteren Mittenbereich aus, da für diese Frequenzen der Verstärker die meiste Energie aufwenden muss. Die serienmäßige Endstufe kommt da bereits bei mittlerer Lautstärke (also in etwa das, was man als "Normalhörer" bei Tempo 120 zum Hören der Nachrichten einstellen würde) in den Bereich, wo sie leistungsmäßig zu sehr gestresst ist, was dazu führt, dass u.a. die Klirrwerte im, für das menschliche Gehör hörbaren Bereich soweit ansteigen, dass es das Ohr anstrengt. Das verdirbt dann leider den Hörspass, egal mit welchem Hochtöner, aber bis dahin, also wenn eine gemäßigte Lautstärke ausreicht, hört man den Unterschied bereits deutlich.

    Ich würde aber dennoch zu einer DSP Endstufe raten, da Du sonst auf mindestens 50% der Möglichkeiten der Lautsprecher verzichtest. Zu der von mir eingesetzten Axton 594 gibt es einen Adapter für Toyota, der den Einbau recht einfach, und vor allen Dingen schnell macht, und bezahlbar ist das Ganze auch noch. Theoretisch könntest Du dann sogar die Bauteile für die passive Weiche der Kalotten einsparen, und die mit Hilfe einer elektronischen Weiche in der App der Endstufe gleich aktiv ansteuern. Ich hatte erst mal die passive Weiche eingebaut, weil ich den Klang zunächst ohne zusätzliche Endstufe ausprobieren wollte, kam dann aber nach dem ersten Autobahntest sehr schnell zu der Erkenntnis, dass sich hier die zusätzliche Endstufe auf jeden Fall lohnen würde, um noch einmal eine erhebliche Klangverbesserung zu erreichen.

    Hallo Cali,

    anbei 2 Bilder von der Beifahrerseite, wo ich die von Focal mitgelieferte Befestigung für die Kalotte verwendet habe (eine Schraube und auf der anderen Seite ein Kabelbinder da die Löcher um ca. 2mm voneinander abwichen), und 1 Bild von der Fahrerseite. Da hätte ich theoretisch auch die Focal Befestigung nehmen können, allerdings war mir da der dicke Folienkondensator der Frequenzweiche im Weg (auf der Beifahrerseite ist mehr Platz). Da Du ja keine passive Frequenzweiche brauchst, dürfte das Problem nicht auftreten, sodass Du da auch die Focal Befestigung verwenden kannst, wenn Du die Kalotten mit den originalen Gittern einbauen würdest.