Beiträge von HoJe

    Ich habe meinen Battery Guard ausgebaut, da er meiner laienhaften Meinung nach falsche Werte liefert.


    Ich habe meine Batterie präventiv an das CTEK Ladegerät gehängt. Als das Gerät grün (also voll) anzeigt, ergab die Messung mit dem Battery Guard einen SoC von 84 %. Sollte meiner Meinung nach ja bei ca. 100 sein. Ich denke mal, die Spannung könnte der Guard halbwegs korrekt anzeigen. Den SoC errechnet er ja (mehr schlecht als recht).

    Der BatteryGuard mißt die Spannung bis auf die zweite Stelle nach dem Komma genau, zumindest meiner. Das habe ich vor Einbau mit einem kalibrierten Voltmeter meiner Firma überprüft. Der SoC dagegen ist nur eine abgeleitete Information aus der Spannung, keine gemessene. Das geht bei einer Bleibatterie noch an, da die Spannung dort von der gespeicherten Ladung abhängt. Die App hat da eine Kennlinie bzw. einige Tabellenwerte dieses Zusammenhangs hinterlegt und berechnet daraus durch Interpolation einen SoC. Solche Kennlinien bzw. Wertepaare findet man für verschiedene Batterietypen im Internet, allerdings auch dort schon mit gewissen Unterschieden für den gleichen Typ. Aussagefähig ist aber immer nur ein gemessener Wert, also die Spannung. Bei der Batterie soll zudem immer die Ruhespannung bewertet werden, also etliche Minuten nach Lade- bzw. Entladevorgängen, wenn die chemischen Prozesse weitgehend abgeklungen sind. Das trifft bei uns im Auto nicht zu, da selbst im AUS immer eine gewisse Entladung stattfindet und der BatteryGuard diesen Zustand nicht erkennt, weil er nämlich keinen Strom mißt. Selbst eine geringe Standstrombelastung führt wegen des Innenwiderstands der Batterie zu einem Spannungseinbruch an den Batterieklemmen, wodurch der BatteryGuard einen geringeren SoC anzeigt. Der Innenwiderstand einer Batterie ist wiederum auch von einer ganzen Reihe von Faktoren abhängig (Material, Aufbau, Temperatur, Alterung....). Von daher ist es irrig anzunehmen, daß der BatteryGuard und das CTEK übereinstimmende Informationen liefern, schon weil sie ihre Messungen der Spannung prinzipbedingt unter völlig unterschiedlichen Bedingungen durchführen.

    Die SoC-Anzeige in der App vom BatteryGuard halte ich bei den Standby-Batterien moderner Hybrid- und E-Fahrzeuge bestenfalls für irreführend. Sie mag bei Fahrzeugen älterer Bauart besser passen, wo nach dem Ziehen des Zündschlüssels kein Strom mehr aus der Batterie gezogen wird.

    Der Wert des BatteryGuard in unseren Toyotas besteht erstens darin, eine zu geringe Batteriespannung bei längerer Standzeit zu erkennen und zweitens, anhand der Loggerfunktion inzwischen zweifelsfrei vorhandene Unstimmigkeiten im Lademanagement zu erkennen. Lange Rede, kurzer Sinn: ich würde ihn drinlassen. Und wenn man Daten interpretieren will, sollte man den SoC nicht mal ignorieren.

    Okay dann scheint es ja so zu sein. Ich werde den Batterie Guard wahrscheinlich auch wieder ausbauen.

    Hab in anderen Foren gelesen das es wohl bei vielen Marken so ist das die Batterie nur so zwischen 50 und 68 Prozent gehalten wird.

    Laß ihn besser drin. Damit hast Du wenigsten Daten in der Hand gegenüber dem Autohaus bzw. Toyota um nachzuweisen, daß die Toyota-Ladelogik völlig erratisch ist. Eine Bleibatterie sollte beim Fahren immer voll geladen werden, was bei diesen Fahrzeugen mal gemacht wird und mal nicht. Ich habe solche Daten meinem Autohaus zur Verfügung gestellt und die haben es weitergeleitet. Eine sinnvolle Erklärung zum erratischen Ladeverhalten habe ich allerdings nicht zurückbekommen, dafür eine neue Batterie vor Ablauf der 3 Jahre. Besser als nichts.

    Atkinson

    Ich habe den Wert über eine App des "Batteriewächters", welcher direkt an der Batterie angeschlossen ist, abgelesen.

    Das ist meines Erachtens die eleganteste Version der Batteriekontrolle. Es mißt mit sehr guter Genauigkeit (eigener Vergleich mit einem kalibrierten Multimeter) direkt an der Batterie, speichert intern die Daten, ist auch durch den Laien einfach anzuschließen und kostet nur ~ 20 €.

    Wenn mann die Meldung auf der App hat sollte man einfach 1 Std herum fahren dann hat man wieder Ruhe.

    Das ist genau mein Humor. Uns wird die Standklimatisierung abgeschaltet, weil pöhse, und dafür fahren wir dann zur Batteriepflege sinnlos mit der Karre durch die Gegend. Danke, Toyota!

    Noch eine Ergänzung:

    Was mich bei der Sache wundert, ist, dass der "rote" Fehler nur in der App gemeldet wird, aber nicht im Informationssystem des Autos. Wenn ich die App garnicht installiert hätte, hätte ich den kritischen Fehler garnicht mitbekommen!?

    Noch früher wurde das in der App gar nicht erst angezeigt. Jetzt wälzt Toyota damit das Problem auf die Autofahrer ab, indem es diese dazu erzieht, das Auto regelmäßig an ein Ladegerät zu hängen. Früher(TM) war alles besser.

    Bei all den Problembatterien frage ich mich natürlich was an meiner Varta so besonders ist das diese auch nach 4 Jahren diese Testergebnisse verweist.

    Der Test bewertet den Kaltstartstrom (CCA). Der ist bei Dir wunderlicherweise höher als der Nennwert. Allerdings ist dieser Parameter irrelevant für die Anwendung als Bootbatterie bei einem Hybrid, da er die Startfähigkeit mit einem Anlasser bei kalten Temperaturen bewertet. Ich würde mal davon ausgehen, daß der CCA mit der Batteriealterung normalerweise abnimmt. Er kann also kaum so stark ansteigen. Mist gemessen, scheint mir.

    Ich hatte eher gehofft, dass ein Experte hier sich diesen Batterieprüf-Zettel ansieht, den ich hochgeladen hatte, und mir nähere Auskunft geben könnte, was der aussagt?

    Der Zettel sagt in erster Linie aus, daß Deine Batterie mit nur 11.92 V Leerlaufspannung deutlich entladen ist. Unterhalb von 12 V sulphatiert die Batterie, d.h. sie altert stark. Hersteller empfehlen, eine Blei-Nass-Batterie schon ab 12.4 V wieder aufzuladen, um Alterung durch Sulphatierung zu verhindern.

    Die andere Messung ist der Kaltstartstrom (Soll 470 A, Ist 254 A). Diese Messung ist für unsere Art von Batterieanwendung eigentlich sinnfrei, da wir beim Hybrid keinen Anlasser haben). Die Abnahme des Wertes zeigt aber an, daß die Batterie schon ziemlich fertig ist. Für Toyota ist sie aber gut genug.

    Das hat mein FTH sinngemäß auch zu mir gesagt.

    ...Grund ist/war unter anderem, dass der Ladevorgang beim Fahren zu früh unterbrochen wurde (Ladespannung sinkt von 14,2 V auf 12,8 V).

    Mein Wagen war wegen einer Reklamation über ein defektes Lademanagement auf Anforderung Toyotas einige Tage zur Überprüfung in der Werkstatt. Habe schlußendlich eine neue Batterie bekommen, obwohl die alte gemäß Test noch in Ordnung war. Laut Toyota Technik wird die Batterie wohl per Design nur bis 80 % geladen, was für eine Bleinassbatterie technischer Unsinn ist. Ich hatte allerdings Batteriewächter-Daten an die Werkstatt geliefert, die gezeigt haben, daß sich das Lademanagement auf langen Strecken völlig erratisch verhält, d.h. mal wird die Batterie richtig voll geladen und manchmal nicht.

    Das Lademanagement vom Corolla ist anscheinend temperaturabhängig. In den letzten Tagen, wo es max. einstellig plus war, hat er über längere Zeit beobachtet ausnahmslos mit 14,1 V geladen.

    Diese Hypothese hatte ich auch schon. Leider habe ich Daten, die das nicht unbedingt bestätigen, z.B. hier vom 09. März diesen Jahres:

    pasted-from-clipboard.png

    Dort wurde die Batterie in einer Fahrt von 3.5 h nur etwa 1 h mit über 14 V geladen. Der Intact-Sensor hatte 7 °C beim Start und beim Ladeende 17 °C. Batterie ist hinten im Cross.

    Die Ladezeit ist auch nicht von der Spannung beim Start abhängig, wie man hier am 25. Mai sieht:

    pasted-from-clipboard.png

    Da wurde die Batterie während der gesamten Fahr mit der vollen Spannung geladen (als wäre der Sensor abgesteckt?).