Vor 10 Jahren trieb mich meine Bachelorarbeit in ein Windkraftunternehmen (nur Betrieb mit allem, was dazu gehört, aber keine eigene Produktion).
Dieses Unternehmen brachte damals einen der ersten Großelektrolyseure an den Start. Ziel war logischerweise, grünen Wasserstoff zu produzieren, was auch an sich sehr gut gelang/gelingt. Ihr Problem war allerdings die begrenzte Zahl an Abnehmern. Wasserstofftankstellen gab es damals nur ein paar Hand voll in Berlin und Hamburg. In Berlin fuhren damals ein paar Busse mit Wasserstoffverbrennern und BMW hatte damals ja auch so ein paar Verbrenner.
Was nun also tun mit dem vielen Wasserstoff, den man potenziell produzieren konnte? Die Idee war, ihn ins Erdgasnetz einzuspeisen. Laut Ingenieur vor Ort wäre eine Beimischung bis 5 % aus technischer Sicht völlig problemlos für alle Erdgasheizungen.
Ich weiß nicht, wie viele Jahre es dauerte, bis die Genehmigung durch war. Da wurden dann sehr abstrakte Befürchtungen vorgetragen, speziell was die Sicherheit betraf. Alle Leute denken an die Hindenburg. Dass Erdgas selbst aber genauso explosiv ist, interessiert keinen.
Will sagen: unabhängig von der Mobilität wäre grüner Wasserstoff durchaus vielfältig einsetzbar und könnte problemlos dazu genutzt werden, um Lastspitzen in der Stromerzeugung voll auszunutzen. Gibt nur keine Förderung für entsprechende Anlagen und sind daher (noch) nicht rentabel.