Normalerweise erkennt man gewerblichen Personentransport recht schnell an den KM Ständen. Taxen unterliegen der BO Kraft und müssten jährliche Prüfberichte haben. Die verschwinden gern. Uber und Co haben das Problem nicht, aber man sieht den Fahrzeugen die Nutzung deutlich an. Zusätzlich zeigen sie i.d.R. erhebliche Abnutzungen im Fussbereich/ Pedalerie sowie Sitzwangen, Teppiche und Einstiegsleisten sowie Mittelkonsole.
Grössere Händler kaufen meist Auktionsfahrzeuge spottgünstig. Man sollte nicht vergessen, dass der Deutsche Gebrauchtwagenhandel wohl so an die 2 Millionen Gebrauchtwagen im Alter um 5 Jahre umsetzt. Österreich hat sicher auch berauschende Zahlen. Autos sind nur für den Käufer mit Emotionen behaftet, ein durchschnittlicher Verkäufer hat Null Komma Null Interesse an irgendwas. Er wird daran gemessen, wieviele Autos er mit Profit verkauft.
Diese Fahrzeuge bei grösseren Häusern sind oft Leasingrückläufer, vorherige Flotten und Mietfahrzeuge und entgegen weitläufiger Meinung haben die Einkäufer von den Fahrzeugen meist nur den KM Stand und 13-15 Fotos. Ein normaler Leasingrückläufer oder Flottenkauf (wir haben regelmässig 100-200 Fahrzeuge in Bulk angekauft) hat eine Odysee hinter sich, bis er auf dem Hof beim Händler steht.
Die Verkäufer bekommen die Mühlen auf den Hof und ich würde mir Flecken ins Gesicht lachen, wenn sich einer davon mit der Historie der Fahrzeuge beschäftigt. Das ist vollkommen EGAL.
Die Fahrzeuge werden bei bekannten Gebrauchtwagenhändlern (ich verzichte hier auf Namen) behandelt wie Müll, oberflächlich aufbereitet, bekommen ein tolles Gebrauchtwagensiegel (Papier hat wenn es bedruckt ist keinen Verkaufswert) einen "Service" nach Herstellervorgaben (Hahaha) und fliegen auf den Hof mit einem oftmals unverhandelbaren VKP. Danach durchlaufen sie Probefahrten und einen "Not Sold" Zyklus (30-60-90 Tage usw.) und werdem im Ernstfall neu bepreist.
Mein Händler hat mir beim letzten Besuch ein Fahrzeug gezeigt (Corolla Business, Schalter, 7 Jahre alt, 25000KM) und könnte mir jeden Furz am Auto lückenlos erklären und mir bei der Gelegenheit verraten, welchen Senf der Kunde auf seiner Bratwurst mag. Den instandgesetzten Unfallschaden hatte er schon erwähnt, da wusste ich den KM Stand noch nicht.
Kleiner Händler = viel Stammkundschaft.
Grosser Händler = viele Autos und vor allem Kunden aus allen Richtungen und Schichtungen.
Ob das nun eine Schleuder aus einer Inzahlungnahme oder ein Auktionsankauf war, interessiert den durchschnittlichen Preisjäger nicht. Da wird wegen 250€ billiger eine Weltreise veranstaltet und dann heulen alle, weil der Händler bei dem man billig warten lassen möchte die Nase rümpft und keine Prio Termine vergibt.
Der kleine Händler macht keine Kampfpreise, wenn der Verkäufer mit dem Kopf schüttelt, ist das Thema gefressen. Beim grossen FTH sieht das sicher anders aus.
Jeder kanns selbst aussuchen wo er denn dann sein Auto kauft. Trotzdem gehört es sich nicht, vorherige Sondernutzung zu verschleiern.