Schaltposition "B" - Anwendungsfälle?

  • Zwar ist mein 1.8er TS noch nicht geliefert, aber die erste Frage habe ich schonmal:


    Zur Schaltposition B hat sich mein Händler bei den Probefahrtterminen nur sehr kurz geäußert ("...kann man bergab mal einlegen..."). Bei einer längeren Bergabfahrt habe ich B auch kurz testweise genutzt.


    Mich interessiert, ob und wie ihr B in der Praxis nutzt. Nur bei extremen Bergabfahrten (z.B. Alpenpässe) oder regelmäßig? Kann man die bessere Rekuperation nicht auch stattdessen mit sanfter Betätigung der Bremse erlangen und einfach in D bleiben?


    Mein Arbeitsweg entspricht dem Höhenprofil einer Sinuskurve mit 5 Abfahrten von bis zu 2 km Länge, an denen man das Fahrzeug auch nicht ausrollen lassen kann, da am Ende Ortsdurchfahrten folgen (also im Tal). Wäre es hier angebracht jedesmal in B zu schalten oder ist das überflüssige Spielerei?


    Viele Grüße


    Ben

  • Ich habe es so verstanden, dass B nicht für eine bessere Rekuperation sorgt, sondern dafür, dass die Bremsen über die Motorbremse unterstützt bzw. entlastet werden. Dass soll dafür sorgen, dass die Bremsen ggfs. bei längeren Bergabfahrten nicht überhitzten können. Ich fahre mein Fahrzeug auch erst seit April und nach anfänglichen testen hat es mich direkt gestört, dass bei B (logischerweise) der Motor anspringt. Ich wohne aber hier auch sehr flach.

    ➡️ Corolla 1.8 Hybrid Comfort Hatchback 2020

  • Ich habe es so verstanden, dass B nicht für eine bessere Rekuperation sorgt, sondern dafür, dass die Bremsen über die Motorbremse unterstützt bzw. entlastet werden.

    Wenn das so ist, scheint diese Schaltposition nur für Extremfälle zu sein und ich muss mir künftig keine Gedanken zu dieser Einstellung machen. Danke!

  • Bringt auch bergab nichts - weil wenn die Batterie voll ist, ab dann dreht eh der Motor von alleine hoch. Bräuchte man nur wenn es wirklich sehr lang extrem steil - also >15% wo runtergeht. In Europa hätte ich so eine Straße noch nicht gesehen. In Taiwan schon. Da gibt es teils Straßen mit >15% Schnitt über 500 Höhenmeter oder mehr. Evtl auch in Japan? Bei uns in Europa sind so Steilstücke ja max 100-200 Höhenmeter wenn asphaltiert.

    Ein Grund könnte sein wenn man voll beladen hat und volle Anhängerlast.


    Aber etwa bei dem Steilstück von Seefeld runter nach Innsbruck - da dreht der Motor auch ohne B auf 4000 Touren bergab rauf - weil Batterie eh schon voll wenn man auf der Bremse steht. Mit B wäre dann evtl 5000 Touren - aber ich mach da eher das Gegenteil - N reintun um mal den Rost von den Bremsen zu bekommen.

  • Wenn das so ist, scheint diese Schaltposition nur für Extremfälle zu sein und ich muss mir künftig keine Gedanken zu dieser Einstellung machen. Danke!

    Theoretisch kann man damit Bremsbeläge sparen, aber da Rost der Scheiben eh das größte Problem ist...

    So extrem muss das nicht sein, der Akku hat je nach Beladung im Gefälle recht schnell 7 Balken erreicht, dann geht nix Rekuperation mehr und der Motor springt bei Bremspedalbetätigung dann automatisch immer sofort an für ein bisschen Motorbremse. Automatisch ist die Motorbremse begrenzt aus Komfortgründen (Lautstärke).

    Der große Rest geht dann deshalb unbemerkt auf die mechanische Bremse. Wenn man jetzt in B schaltet, maximiert man die Motorbremse und die Bremse kann niemals überhitzen.

    Einfach ausprobieren, ist ja idiotensicher und geht ruckzuck auch wieder aus. Im Gegensatz zu nem Schaltgetriebe.

    Da muss man im Extremfall in der Lage sein, im Gefälle bis in den 2. runterschalten zu können.

  • Also beim Facelift dreht der Motor auch ohne B schon ziemlich weit rauf - 4000 Touren hab ich da stehen gehabt. Mit B wären es 5000. Ohne Hänger dran gibt es in den Alpen schlicht keine Straßen wo das nötig wäre. Katschberghöhe etwa - absolut nicht notwendig. Auch die üblichen Pässe in Schweiz/Italien - braucht man kein B. Und klar - die Batteie ist teils schon nach 200HM voll. Da ich oft 1000HM bergab hab, hätte ich gerne 4kwh nutzbare Batterie - aktuell sind es ja eher 1kwh. Ich bin sogar ziemlich sicher - da gibt es dahinter eine Rechnung um das überhitzen zu vermeiden, denn je länger bergab, umso höher dreht der Motor.

    Wenn man sicher ist dass man keinen Rost drauf hat - dann kann es Sinn machen da man Bremsabrieb spart - nur gibt es jemand hier der die Bremse tauschen musste beim Corolla weil er die Mindestdicke erreicht hat? Letzeres passiert doch quasi nicht - es ist immer der Rost weswegen getauscht werden muss.


    In Asien wird das mit dem B oder runterschalten nicht unterrichtet in der Fahrschule. Da schauen die Hersteller bei Automatikautos meist drauf - dass sie das automatisch schon halbwegs hinbekommen. Klappt bei <10% gut, bei Straßen mit >10% auf längere Stücke sieht man dann aber oft die Autos mit rauchenden Bremsen weil die Fahrer es nicht checken bezüglich B. Toyota hätte ich aber da keine drunter gesehen.

  • Eventuell hat Toyota im Laufe der Zeit das "automatische B" immer weiter erhöht und bremspedal-zeitsensitiv gemacht, weil die Menschheit ja immer dümmer wird und auch die Regressbedingungen immer sensibler.

    Könnte mir vorstellen, dass es in den ersten Priussen noch anders war.

    So ist es halt noch ein Relikt bzw. ein Fallback, falls das mal Motorsteuergerät versagen sollte. Wenns dann knallt, kann Toyota immer noch vor Gericht sagen, die Schaltstufe B ist ja da (gewesen).

  • Fahr die Strecke halt erst mal. Dann siehste schon, ob es B überhaupt braucht. Mein 2.0 hat zum Beispiel überhaupt keine B-Stufe und ich hab sie auch noch nie gebraucht, auch nicht bei der Alpenüberquerung. Die Rekuperation und der proaktive Kurvenassistent ergänzen sich perfekt. Einfach Fuß vom Gas und "rollen" lassen.

  • Ah einen Sinn könnte B noch haben. Steile Straße bergab auf Schnee. So gleichmäßig kann man nicht bremsen und man spart dann etwas Kraft am Bremspedal. Allerdings verliert man leicht das Feedback zur Traktion. Auch braucht dann das greifen der Bremse etwas länger. Also für gemütlich auf Schnee bergab.